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europaabgeordneter norbert lins in der schreinerei wirth-bucher

Ende Januar 2020 gab es ein Treffen mit dem Europaabgeordneten Norbert Lins in der Schreinerei wirth-bucher. Daran nahmen Franz Moosherr, Geschäftsführer der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft Ravensburg, Kreishandwerksmeister Michael Bucher sowie Bettina Scriba, Mitarbeiterin von Norbert Lins, in Bad Waldsee teil.

Zunächst stellte Franz Moosherr die Aufgaben und Ziele der Kreishandwerkerschaft Ravensburg vor, die 23 Innungen vertritt. Darunter sind auch Innungen, wie beispielsweise die Glaserinnung, die über den Kreis hinauswirken. Michael Bucher gehört als Kreishandwerksmeister dem Vorstand der Kreishandwerkerschaft Ravensburg an.

Wenn Privatpersonen und Unternehmen eine Lösung für ein Problem einfordern, sei es ihnen gleich, ob ein Mitglied des Deutschen Bundestags, des Baden-Württembergischen Landtags oder des Europäischen Parlaments die Lösung parat habe, erläuterte Norbert Lins gleich zu Beginn. Es gehe ihm vor allem darum, einen Auftrag, ein Anliegen zu hören und mitzunehmen, damit es gelöst werden könne. Und obwohl wir alle in einem geeinten Europa leben, liegen doch unterschiedliche Ausgangssituationen in jedem der seit dem Austritt Großbritanniens nun nur noch 27 Mitgliedsstaaten vor. Themen wie Freizügigkeit, Hygiene, Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und Kontrollverordnung werden von den Mitgliedsländern unterschiedlich ausgelegt. In Hinblick auf Diesel-Fahrverbote wies Norbert Lins bereits medienwirksam nach, wie die unterschiedlichen Schadstoffmessstellen zu unterschiedlichen Ergebnissen und Bewertungen in Europa führen. Das gilt auch für die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die Michael Bucher, Geschäftsführer der Schreinerei wirth-bucher, ansprach. Kleine Betriebe müssten die Sicherheit von Daten genauso gewährleisten und dafür haften, wie große Konzerne. Italien hat als Mitgliedsland die Möglichkeiten genutzt, um die DSGVO zu entschärfen. Auch in Österreich gelten teilweise andere Vorgaben als in Deutschland. Bei uns haben die Betriebe eine sehr hohe Eigenverantwortung. Unterschiedliche Meinungen gehören da zum täglichen Geschäft. Beispielsweise finden einige die Honorarordnung gut, andere nicht.

Wichtiges Gesprächsthema war auch die Tagesentsendung (A1-Bescheinigung). „Ich bin der Meinung, dass die ursprüngliche Idee gut war, doch was daraus gemacht wurde, schlecht“, so Norbert Lins. Er stellte in Aussicht, dass man durch die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ab Juli 2020 vorankommen werde. Auch bei der Fahrpersonalverordnung erkennt Lins „Murks in der Umsetzung“. Wirth-bucher lässt die gefertigten Möbelstücke inzwischen nur noch von der Spedition transportieren, die eigenen Mitarbeiter fahren mit dem PKW hinterher. Der Einsatz eines Fahrtenschreibers habe sich als sehr aufwändig erwiesen.

Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen plagen auch das Handwerk im Landkreis Ravensburg. Den elterlichen Betrieb, der sehr hohen Einsatz und Risikobereitschaft erfordere, wollen nur wenige übernehmen. In Oberschwaben, wo zahlreiche Weltmarktführer angesiedelt sind, gäbe es wahnsinnig viele Alternativen zur Selbstständigkeit, betonte der Europaabgeordnete. Franz Moosherr zeigte am Beispiel der Handwerker-Games (https://www.handwerker-games.de) - 2017 von der Kreishandwerkerschaft Ravensburg 2017 initiiert - wie man die Lust aufs Handwerk wecken kann. Schülerinnen und Schüler der achten Klassen messen sich und ihre handwerklichen Fertigkeiten mit anderen Schulen. Und nebenbei können sie die Vielfalt und die breitgefächerten Möglichkeiten eines Handwerksberufs kennenlernen. Am 5. November 2020 finden die Handwerker-Games bereits zum vierten Mal statt.

„Mir hilft das extrem weiter, wenn ich die Informationen von Ihnen bekomme“, freute sich Michael Bucher am Ende des Gesprächs. Wünschenswert sei es auch, Änderungen zu diskutieren, bevor ein neues Gesetz beschlossen werde. Geplant ist, dass Norbert Lins im Dezember 2020 an der Obermeistersitzung teilnimmt und die Gespräche dann fortgeführt werden.